Verbot von Erlegerbildern im Internet

Fototourismus ist akzeptiert. Fragwürdige Fotos erlegter Tiere hingegen sorgen im Internet häufig für Kritik an der Jagd.   Quelle: Martinsohn/DJV
Fototourismus ist akzeptiert. Fragwürdige Fotos erlegter Tiere hingegen sorgen im Internet häufig für Kritik an der Jagd. Quelle: Martinsohn/DJV

Namibischer Umweltminister verbietet Veröffentlichung von Erlegerbildern im Internet. In einem Memorandum richtet sich der Namibische Umwelt- und Tourismusminister Pohamba Shifeta an Gastjäger und Einheimische. Er verbietet den Inhabern von Namibischen Jagdlizenzen, Bilder von erlegtem Wild in den sozialen Netzwerken zu posten. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen diesen Vorstoß.  

 

(Windhoek/Berlin, 4. Juli 2018) In einem gestern veröffentlichten Schreiben verweist der Namibische Minister für Umwelt und Tourismus auf das künftige Verbot, Fotos von erlegtem Wild in den sozialen Netzwerken einzustellen und zu verbreiten. Diese Bilder sind aus der Sicht von Minister Shifeta unethisch und werfen „ein schlechtes Licht auf das Ansehen der gut regulierten Jagd“ in seinem Land. In Zukunft ist das Verbot Bedingung zur Erteilung einer Jagderlaubnis. Es ist verboten, sogenannte „Erlegerbilder“ in anderer Form als zu rein privaten Zwecken zu nutzen.

Auf diesen Vorstoß aus Namibia reagiert der CIC erfreut: "Fragwürdige Erlegerfotos gehören nicht in die sozialen Medien. Wir haben häufig genug erlebt, welchen Schaden sie anrichten“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der Deutschen Delegation des CIC. „Erst am vergangenen Wochenende haben würdelose Bilder einer US-Amerikanerin mit einer in Südafrika erlegten Giraffe für massive Irritationen in den Medien gesorgt. Ich habe für solche Bilder kein Verständnis.“

Auch hierzulande sorgen Bilder von erlegtem Wild häufig für hitzige Diskussionen in den sozialen Medien. Menschen, die nichts mit Jagd zu tun haben, reagieren meist mit Unverständnis auf blutige Tierkadaver, hinter denen ein Jäger posiert. „Viele Erlegerfotos würden den Frühstückstest nicht bestehen: Wir sollten uns selbstkritisch fragen, was Frau Maier von nebenan beim Biss in ihr Frühstücksbrötchen empfindet, wenn sie etwa das  Foto vom abgeschnittenen Kopf eines Rehbocks sieht, der auf dem Boden einer zugemüllten Garage liegt", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Das sei nicht unser Verständnis von Ethik in der Jagd und mit Sicherheit keine Werbung für unser Handwerk, so Fischer weiter.

Das Handwerk Jagd kann durchaus in Form von Bildern gezeigt werden. CIC und DJV rufen ihre Mitglieder dazu auf, beim Anfertigen von Erinnerungsfotos Respekt vor dem Wild und Empathie für Außenstehende in den Vordergrund zu stellen. DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald appelliert an die Ausbilderinnen und Ausbilder von künftigen Jägerinnen und Jägern, den Umgang mit sozialen Medien und das Auftreten in der Öffentlichkeit stärker zu thematisieren.