Botswana beendet Elefanten-Jagdverbot

Elefantenfamilie quert eine Wüstenpiste.
Botswana beherbergt mit rund 135.000 Tieren die größte Elefantenpopulation Afrikas. Nach Expertenmeinung übersteigt diese Zahl die Kapazität der botswanischen Ökosysteme. Quelle: Martinsohn/DJV

Ein seit 2014 bestehendes generelles Jagdverbot auf Staats- und Kommunalland wird endgültig aufgehoben.  Zur Begründung hieß es, dass die ausufernden Konflikte zwischen Mensch und Tier ein aktives Management insbesondere der Elefanten notwendig machten. Seit Februar 2018 kamen in Botswana 14 Personen durch Elefanten ums Leben. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen die souveräne Entscheidung des südafrikanischen Staates.

Botswanas Regierung hebt das seit 2014 bestehende Jagdverbot für Elefanten auf. Grund hierfür sind ausufernde Mensch-Tier-Konflikte. DJV und CIC begrüßen die sachliche und demokratische Entscheidung.

(Berlin/Gaborone, 23. Mai 2019) Ein seit 2014 bestehendes generelles Jagdverbot auf Staats- und Kommunalland wird endgültig aufgehoben, teilte das botswanische Umwelt- und Tourismusministerium gestern mit. Zur Begründung hieß es, dass die ausufernden Konflikte zwischen Mensch und Tier ein aktives Management insbesondere der Elefanten notwendig machten. Seit Februar 2018 kamen in Botswana 14 Personen durch Elefanten ums Leben. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen die souveräne Entscheidung des südafrikanischen Staates.

Botswana beherbergt mit rund 135.000 Tieren die größte Elefantenpopulation Afrikas. Nach Expertenmeinung übersteigt diese Zahl die Kapazität der botswanischen Ökosysteme deutlich. Außerhalb von Schutzgebieten vernichten Elefanten binnen weniger Stunden ganze Jahresernten und damit die Existenzgrundlage der Bevölkerung. „Weltweit ist regulierte, nachhaltige Jagd Teil erfolgreichen Wildtier-Managements. Aufgabe ist die Vermeidung und Reduktion von Schäden in Land- und Forstwirtschaft und der Schutz von Menschen. Sachlich macht es keinen Unterschied, ob Rotwild im Schwarzwald oder Elefanten im Chobe-Nationalpark bewirtschaftet werden“, so Dr. Wolfgang Bethe, DJV-Vizepräsident.

Die Jagd auf Elefanten war 2014 unter dem damaligen Präsidenten Khama verboten worden. Dagegen gab es massive Kritik, weil Jagdlizenzen für Einheimische eine wichtige Einnahmequelle darstellten. Wildtiere verloren dadurch ihren Wert, wodurch die Wilderei zunahm und Lebensräume für Wildtiere durch Viehhaltung verloren gingen. „Die Regierung unter Präsident Masisi schlägt mit der Wiedereinführung nachhaltigen Wildtiermanagements den richtigen Weg ein. Anders als Kenia, das seit seinem Jagdverbot außerhalb von Privatland und seiner Nationalparks quasi als wildfrei gelten muss“, so Hannes Siege vom Vorstand des CIC in Deutschland. Kenia hat seit dem Jagdverbot 1977 landesweit über die Hälfte seiner Wildtiere verloren.

 

In einer Rede reagierte Botswanas Präsident Masisi jüngst harsch auf die westliche Berichterstattung zum demokratischen Entscheidungsprozess zur Wiedereinführung der Jagd: „Für sie sind wir keine Menschen. Sie reden über uns als ob wir Bäume wären. Für sie leben wir in einem großen Zoo und sie sind die Zoowärter“.

Weitere Infos zu nachhaltiger Jagd als Instrument des Artenschutzes:

Jagd generierte vor dem Jagdverbot im Jahr 2014 laut einer Studie der Universität von Botswana landesweit einen Umsatz von 20 Millionen US-Dollar jährlich. Knapp 50 Prozent des so erzielten Einkommens ging direkt an die Menschen vor Ort. Mittel aus dem Fototourismus erreichen die Bevölkerung nur zu 27 Prozent. Durch das Jagdverbot waren 600 Jobs verloren gegangen, wodurch indirekt knapp 5.000 Familienangehörige betroffen sind. Die streng überwachte Jagd hatte eine Schlüsselrolle beim Wildtierschutz außerhalb von Nationalparks und dort, wo Alternativen wie Fototourismus nicht möglich sind.