Jagdzeit Blog

Der Jagdzeit International Blog bringt eine Auswahl an Themen, Infos und Nachrichten zur Jagd aus den Jagdländern dieser Erde. Wir erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern veröffentlichen was uns wichtig und interessant erscheint. Sollten Sie das Gefühl haben, dass uns eine  wissenswerte Information entgangen ist, nehmen Sie bitte gerne Kontakt auf uns teilen uns dies mit!


CITES: Dunkle Wolken in Sotschi

Quelle: Steinbrink-Minami/DJV/CIC
Quelle: Steinbrink-Minami/DJV/CIC

Bis heute tagt der 69. ständige CITES-Ausschuss im russischen Sotschi, um die internationale Generalversammlung der Vertragsparteien im Jahr 2019 in Sri Lanka vorzubereiten. Über die Frage, ob dörfliche Gemeinschaften Afrikas künftig in die Entscheidungsprozesse von CITES einbezogen werden, sind dunkle Gewitterwolken an Sotschis Himmel aufgezogen: Deutungshoheit und Machterhalt amerikanischer und europäischer NGOs setzen sich offenbar gegen die Lebensinteressen indigener und lokaler Bevölkerungsgruppen durch. CIC und DJV warnen vor dieser neuen Form von Kolonialismus.

(Berlin/Sotschi, 05. Oktober 2018) Westliche Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen befürchten offenbar eine Einschränkung ihrer Monopolstellung, sollten Vertreter indigener Bevölkerungsgruppen künftig ein Mitspracherecht bei CITES erhalten. Stimmen, die ausdrücken könnten, dass ein Zusammenleben mit Wildtieren konfliktträchtig ist, werden durch intensives Lobbying der Tierrechts- und Teile der Tierschutzszene auf dem aktuellen Treffen von CITES in Sotschi unterdrückt. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) fordern eine Beteiligung lokaler Bevölkerungsgruppen und indigener Völker an Entscheidungsprozessen von CITES, wie es beim Übereinkommen für die biologische Vielfalt (CBD) der Fall ist.

„Stellen Sie sich vor, eine afrikanische Naturschutzorganisation nähme Einfluss auf die künftige Nutzung deutscher Wälder ohne Beteiligung des kommunalen oder privaten Waldbesitzers. Das spiegelt die Absurdität des Verfahrens in Sotschi wieder“, so Dr. Dirk-Henner Wellershoff, CITES-Beauftragter im DJV-Präsidium.

Durch Tiere wie Löwe oder Elefant kommt es in der Nähe menschlicher Siedlungen zu teils lebensbedrohlichen Situationen, zu Ernteschäden oder Verlusten von Nutztieren. Menschen, die mit Löwe oder Elefant leben müssen, setzen sich nur dann für deren Schutz ein, wenn ihnen daraus ein Wert entsteht. Ein Beispiel, wie örtliche Bevölkerungsgruppen von dieser Wertschöpfung profitieren können, sind Einnahmen aus nachhaltiger Jagd. Entfallen diese, wird das Wildtier zum Konkurrenten des Menschen und als solcher verfolgt und vertrieben. Selbst Regierungen, die bei CITES die Entscheidungsträger stellen, verschweigen unter dem Einfluss der Lobbyarbeit von Organisationen wie der Born Free Foundation diese Erkenntnis. Die Einbeziehung lokaler und indigener Bevölkerungsgruppen - die wesentlicher Bestandteil im Übereinkommen für die biologische Vielfalt (CBD) ist - wird massiv torpediert.

Der ehemalige Generalsekretär des CITES-Kongresses, Willem Wijnstekers, bringt es auf den Punkt in Sotschi: „Es ist eine Schande, wie das Thema Beteiligung von Communities bei der Entscheidungsfindung von CITES bisher behandelt wird. Die Arbeitsgruppe, die damit betraut ist, Details auszuarbeiten, muss weiterhin nach annehmbaren Lösungen suchen.“

„Der CIC unterstützt die Beteiligung lokaler Bevölkerungsgruppen und indigener Völker an der Entscheidungsfindung von CITES, da diese Menschen tagtäglich mit den Konsequenzen der CITES-Beschlüsse leben müssen“, sagt Tamás Marghescu, Generaldirektor des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC).  

Wenn überhaupt, sei erst im Mai 2019 mit Resultaten zu rechnen, die frühestens 2022 weiter diskutiert würden.

Die Bilderbuchromantik hat wenig mit der Realität in Afrika zu tun

Die Jägerin und Wissenschaftlerin Brittany Longoria wird angefeindet, weil sie einen Leoparden erlegt hat. In einem Interview erklärt sie, was Naturschutzarbeit in Afrika bedeutet. Und warum ein alter Leopard eine Gefahr für Nutztiere ist.

 

(Berlin/Budapest, 25. September 2018) #findthisbitch: Mit diesem Hashtag und einem von einer US-Website kopierten Bild tritt ein amerikanischer Tierrechtler eine Lawine los. Beihilfe erhält der bis dato unbekannte Tierrechtler von Prominenten wie Naomi Campbell, die das illegal kopierte Bild auf Instagram weiter teilen. Blanker Hass ergießt sich über Brittany Longoria, Jägerin und Wissenschaftlerin, die sich lange Jahre im praktischen Artenschutz in Ost- und Südafrika engagiert hat. Ihr Vergehen in den Augen der weltweiten Tierrechtsszene?

Longoria hat einen Leoparden erlegt. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) konnten mit der Jägerin sprechen, die sich aktuell einem Phänomen ausgesetzt sieht, das nichts anderes ist als eine mediale Hetzjagd.

DJV/CIC: Frau Longoria, wie geht es Ihnen?

Brittany Longoria: Ich finde es grotesk was hier passiert. Menschen, die mich und meine Arbeit nicht kennen, die Afrika und die Bedingungen vor Ort nicht kennen, fällen aufgrund eines Bildes ein Urteil über mich und wünschen mir den Tod. Prominente, deren Lebensleistung darin besteht ein hübsches Gesicht über die Laufstege dieser Welt zu tragen, sorgen für die Verbreitung eines illegal kopierten Fotos und damit bewusst für Aufmerksamkeit auf Kosten eines anderen. Natürlich belastet mich das. Andererseits kann ich mir bei so viel Unaufgeklärtheit ein erstauntes Lächeln nicht verkneifen. Ich habe sehr viele Jahre in Afrika gelebt und gearbeitet. Ich weiß, dass ein erlegtes Großraubtier dem Bauern in Afrika nicht mal ein Schulterzucken entlocken würde. Die Bilderbuchromantik westlicher Schreibtischnaturschützer hat wenig mit der Realität in Afrika zu tun. Wie gehen Sie mit dem Rummel um Ihre Person und den Kommentaren auf Ihren Seiten in den sozialen Medien um?Fakt ist: Das Bild wurde illegal heruntergeladen und ohne mein Einverständnis vervielfältigt. Auch das WWW ist kein rechtsfreier Raum und dagegen gehe ich mit meinen Anwälten vor. Gleiches gilt für Beleidigungen oder Aufrufe zu Gewalttaten wie Mord. Anonymität im Netz hilft nicht und IP-Adressen lassen sich ermitteln. Strafzahlungen, die hieraus entstehen, werde ich alle in Artenschutzprojekte vor Ort reinvestieren. Auf meinen eigenen Seiten moderiere ich mit Freunden von mir und Menschen, die verstehen, wie praktischer Artenschutz funktioniert und die diesen wie ich leben. Praktischer Artenschutz in Afrika bedeutet Hände schmutzig machen und nicht nur wissen, wie man ein Smartphone bedient oder Spendengelder generiert. Das Bild, das so für Furore im Netz sorgt, zeigt Sie mit einem Leoparden, den Sie im Juli in Namibia erlegt haben. Warum jagt man Leoparden?

„Mein“ Leopard war über zwölf Jahre alt. Seine Eckzähne waren bis auf die Wurzeln abgebrochen, sein Kopf und Hals voll von Narben aus Kämpfen mit jüngeren, gesünderen und kräftigeren „Toms“. Er hat das, was wir beim Menschen mit Zenit beschreiben würden, deutlich überschritten. Für den Leoparden bedeutet das, im Territorium anderer Leoparden nicht geduldet, bekämpft und vertrieben zu werden. Das sind Kämpfe, die Verletzungen oder den Tod nach sich ziehen. Diese Einzelgänger greifen aufgrund ihrer körperlichen Verfassung gerne auf Nutzvieh über. Kälber und Ziegen sind leichte Beute, wodurch es schnell zu Konflikten mit den Bauern kommt. Für die Bauern ist das Nutzvieh überlebensnotwendig. Geschieht das, werden Großräuber wie Leopard oder Hyäne Opfer von illegaler Wilderei. Sie werden beispielsweise an ausgelegten Ködern vergiftet. Hier kommt die regulierte Jagd ins Spiel: Die Jagd auf Leoparden ist in Namibia streng reguliert und folgt der CITES-Quotenregulierung. Eine solche „Permit“ hatte ich. Das Geld, dass der Staat, der Farmer oder das Dorf aus dieser Permit einnimmt, fließt in Schutzmaßnahmen für das Vieh und in den Erhalt der Lebensräume der Leoparden und seiner Beute. Afrika funktioniert so. „What pays, stays.“ Was einen Wert hat, wird geschützt. Ansonsten wird es als Konkurrenz um Ressourcen angesehen und bekämpft. Was bedeutet für Sie persönlich diese Jagd? Erfüllt sie Sie mit Stolz, wie in den Hasskommentaren dargestellt? Namibia beherbergt die größte Leopardendichte in Afrika und die Erlegung dieses alten Leoparden hat keinen Einfluss auf den Fortbestand oder die Population. Ich habe gezielt diesen Leoparden erlegt, weil die selektive Jagd auf solche alten Einzelgänger eine Herausforderung an das Können eines Jägers stellt. Ich, Brittany Longoria, bin stolze Jägerin. Finde heraus, wer ich bin. Aber an den Pranger stellen lasse ich mich nicht. Ich bin mit mir im Reinen und ja - ich war schlauer als dieser Leopard.

Was raten Sie anderen Jägern, die im Ausland jagen?

Tut weiterhin, was ihr tut und tut das mit mehr Empathie. Eure „hunters dollars“ sind wichtig für den Wildtierschutz und die Erhaltung von Lebensräumen. Sprecht mehr darüber, was euer Geld dort unten bewirkt! Wir haben es zu lange versäumt auf die Zusammenhänge von nachhaltiger Jagd und ihrer Bedeutung für die Menschen vor Ort und den Artenschutz in Ländern wie Namibia oder Südafrika hinzuweisen.

Wie sieht Ihr Appell an die Kritiker aus?

„Don’t judge a book by its cover“ - setzt euch mit der Situation und den Menschen vor Ort auseinander. Hört auf in Schubladen zu denken. Seit offen für Dinge, die ihr nicht kennt. Bereist diese Länder auch außerhalb von gut behüteten Nationalparks mit ihren Hochglanzbroschüren. Und achtet einmal darauf, was ihr dort unten essen werdet, wenn ihr euch nicht gerade vegetarisch ernährt: Neben Rind werdet ihr Kudu, Oryx oder Eland auf den Speisekarten finden - und die hat niemand „totfotografiert“.

 

Redaktioneller Hinweis: Auf Anfrage können CIC und DJV den Kontakt zu Brittany Longoria herstellen. Anfragen bitte per E-Mail an: pressestelle@jagdverband.de

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Verbot von Erlegerbildern im Internet

Fototourismus ist akzeptiert. Fragwürdige Fotos erlegter Tiere hingegen sorgen im Internet häufig für Kritik an der Jagd.   Quelle: Martinsohn/DJV
Fototourismus ist akzeptiert. Fragwürdige Fotos erlegter Tiere hingegen sorgen im Internet häufig für Kritik an der Jagd. Quelle: Martinsohn/DJV

Namibischer Umweltminister verbietet Veröffentlichung von Erlegerbildern im Internet. In einem Memorandum richtet sich der Namibische Umwelt- und Tourismusminister Pohamba Shifeta an Gastjäger und Einheimische. Er verbietet den Inhabern von Namibischen Jagdlizenzen, Bilder von erlegtem Wild in den sozialen Netzwerken zu posten. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen diesen Vorstoß.  

 

(Windhoek/Berlin, 4. Juli 2018) In einem gestern veröffentlichten Schreiben verweist der Namibische Minister für Umwelt und Tourismus auf das künftige Verbot, Fotos von erlegtem Wild in den sozialen Netzwerken einzustellen und zu verbreiten. Diese Bilder sind aus der Sicht von Minister Shifeta unethisch und werfen „ein schlechtes Licht auf das Ansehen der gut regulierten Jagd“ in seinem Land. In Zukunft ist das Verbot Bedingung zur Erteilung einer Jagderlaubnis. Es ist verboten, sogenannte „Erlegerbilder“ in anderer Form als zu rein privaten Zwecken zu nutzen.

Auf diesen Vorstoß aus Namibia reagiert der CIC erfreut: "Fragwürdige Erlegerfotos gehören nicht in die sozialen Medien. Wir haben häufig genug erlebt, welchen Schaden sie anrichten“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der Deutschen Delegation des CIC. „Erst am vergangenen Wochenende haben würdelose Bilder einer US-Amerikanerin mit einer in Südafrika erlegten Giraffe für massive Irritationen in den Medien gesorgt. Ich habe für solche Bilder kein Verständnis.“

Auch hierzulande sorgen Bilder von erlegtem Wild häufig für hitzige Diskussionen in den sozialen Medien. Menschen, die nichts mit Jagd zu tun haben, reagieren meist mit Unverständnis auf blutige Tierkadaver, hinter denen ein Jäger posiert. „Viele Erlegerfotos würden den Frühstückstest nicht bestehen: Wir sollten uns selbstkritisch fragen, was Frau Maier von nebenan beim Biss in ihr Frühstücksbrötchen empfindet, wenn sie etwa das  Foto vom abgeschnittenen Kopf eines Rehbocks sieht, der auf dem Boden einer zugemüllten Garage liegt", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Das sei nicht unser Verständnis von Ethik in der Jagd und mit Sicherheit keine Werbung für unser Handwerk, so Fischer weiter.

Das Handwerk Jagd kann durchaus in Form von Bildern gezeigt werden. CIC und DJV rufen ihre Mitglieder dazu auf, beim Anfertigen von Erinnerungsfotos Respekt vor dem Wild und Empathie für Außenstehende in den Vordergrund zu stellen. DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald appelliert an die Ausbilderinnen und Ausbilder von künftigen Jägerinnen und Jägern, den Umgang mit sozialen Medien und das Auftreten in der Öffentlichkeit stärker zu thematisieren.

Massiver Holzeinschlag im Selous Game Reserve

Tansania öffnet das Selous Game Reserve für kommerziellen Holzeinschlag

Tansania schlägt eine großflächige Abholzung mittenim Selous Game Reserve vor, einem UNESCO-Weltkulturerbe und einem der bekanntestenNaturschutzgebiete Afrikas. 

Ausschreibungsunterlagen haben Pläne für eineumfangreiche Holzernte inmitten des SelousWildreservats ergeben, das mit einer Fläche von 54 600 km2 eines der ältesten und größten Wildreservateder Welt ist. Das Reservat ist ein wichtiges Refugiumfür Elefanten und Löwen sowie für den vomAussterben bedrohten Afrikanischen Wildhund undviele andere Arten. 

Die Dokumente besagen, dass fast 1 500 Quadratkilometer gerodet und fast 3,5 MillionenKubikmeter Holz abgeholzt werden, wobei 2,6Millionen Bäume gefällt werden, mit einem erwartetenWert von 62 Millionen Dollar. Es ist nicht klar, wer dieBegünstigten sein werden. 

Selous hat in den letzten 30 Jahren bereits 95% seinerElefanten verloren, und es wird erwartet, dass dieÖffnung des Parks für den Holzeinschlag und die damitverbundene Entwicklung die Wilderei verstärken wird, wie dies in vielen anderen Teilen Afrikas der Fall war. 

Peter Lindsey, Direktor des World ConservationNetwork, sagte am Wochenende auf einerNaturschutzkonferenz in Südafrika, dass die größteBedrohung für wilde Löwen in Afrika die Zerstörungnatürlicher Lebensräume sei. Sein Standpunkt wurdevon Dutzenden von Naturschutzorganisationen, einschließlich Trophäenjägern, auf der ConservationLab-Konferenz bestätigt. 

Paul Stones, ein professioneller Jäger, sagte: "DasWichtigste für Trophäenjäger und Fototouristen ist derSchutz der Artenvielfalt, die mit katastrophalen Ratenverloren geht. Mit der Beseitigung der natürlichenLebensräume auf dem heutigen Stand ist die Tierweltin Afrika fast zum Scheitern verurteilt. " 

Es wird davon ausgegangen, dass keine Umweltverträglichkeitsstudie vor der Ausschreibung abgeschlossen wurde, wie es das Gesetz vorschreibt, und dass auch keine offizielle Mitteilung an dieUNESCO gemäß den Regeln für Welterbestättenübermittelt wurde. Laut Quellen in Tansania hat eskeinen zivilgesellschaftlichen Protest gegeben und die staatlichen Schutz- und Parkbehörden haben geschwiegen.

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Märchenstunde über Löwenschutz

Löwe an einem Wasserloch im Etosha Park, Namibia / DJV
Löwe an einem Wasserloch im Etosha Park, Namibia / DJV

 

Afrika ohne Löwen? Das Bundesumweltministerium verbreitet anlässlich des Weltartenschutztages ein Schreckensszenario. Eine stärkere Regulierung der legalen Trophäenjagd soll's richten.

 

(Berlin, 08. März 2018)

Zum diesjährigen Weltartenschutztag hat das Bundesumweltministerium in einer Presseerklärung das Schreckensszenario eines Afrikas ohne Löwen gezeichnet. Schuld an ihrem Rückgang seien Lebensraumzerstörung, Wilderei, Mensch-Wildtier-Konflikte sowie nicht nachhaltige Jagd. Das Ministerium feiert sich anschließend für seine Erfolge bei der stärkeren Regulierung und Kontrolle der Trophäenjagd auf Löwen. Dafür werde das Ministerium weiter kämpfen. Indem das Umweltministerium seinen Kampf gegen die nachhaltige Jagd  als seinen wichtigsten Beitrag zum Löwenschutz hervorhebt, verschleiert es nur seine eigene Ideenlosigkeit und seine ideologische Orientierung in Sachen Auslandsjagd. Dass dieses jagdpolitische Signal kurz vor der Regierungsbildung gesetzt wird, ist sicher kein Zufall, sondern erscheint wie eine Positionsbestimmung für die nächsten vier Jahre. Nach der gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung ist das Landwirtschaftsministerium an Entscheidungen zu beteiligen. Eigentlich. Dies ist in der Vergangenheit oft nicht geschehen.

Es ist ein Märchen, dass die Jagd heutzutage ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Löwen in Afrika ist. In den meisten Staaten Afrikas sind die Löwen auf der Verliererseite, weil ihre Lebensräume schwinden, Menschen sie vergiften oder abschießen wegen Verlusten an Eigentum und Leben und weil sie gewildert werden. Die Trophäenjagd auf Löwen ist fast überall nachhaltig, sichert wichtige Löwenhabitate und erhöht die Akzeptanz bei der ländlichen Bevölkerung. Allein wegen der ganz geringen Zahl der legal geschossenen Löwen kann diese Entnahme im Vergleich zu den genannten Gründen für einen Bestandsrückgang überhaupt nicht ins Gewicht fallen.

 

28 afrikanische Länder, und damit so gut wie alle, in denen Löwen vorkommen, haben vor einiger Zeit in einer gemeinsamen, sehr sorgfältig formulierten Erklärung festgestellt: Gut organisierte Löwenjagd kann zum Schutz der Löwen beitragen. Abschussquoten müssten wissenschaftlich bestimmt werden und der soziale Rang, das Alter und Geschlecht der Tiere müssten berücksichtigt werden. Das Land Tansania zum Beispiel hat seit Jahren vorbildliche und wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Jagdvorschriften für Löwen in Kraft. Im letzten Jahr wurden nur zwei dieser Großkatzen von Jägern geschossen, da wichtige Importländer Einfuhrverbote für Trophäen verhängt haben. Als Folge wurden viele Jagdgebiete aufgegeben und der bisherige Wildschutz entfällt, da er nicht mehr finanziert werden kann.

Auslandsjagd: Politik von Umweltministerin Hendricks stoppen

Warzenschwein in Namibia, Fotograf Roland Zobel
Warzenschweine sind beliebtes Jagdwild in Afrika

Erneut hat das Bundesumweltministerium versucht, auf europäischer Ebene die Einfuhr von legalen Jagdtrophäen zu erschweren. Ohne Abstimmung innerhalb der Bundesregierung. Erfolglos, wie sich jetzt herausstellte. Bereits im Vorfeld haben Landwirtschaftsministerium sowie die EU-Direktoren für Wildtiermanagement und Jagd den Vorstoß abgelehnt.

 

 

 

(Berlin, 28. Juni 2017) Der deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung der Jagd (CIC) zeigen sich erfreut, dass ein erneuter Vorstoß von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD), die Einfuhr legaler Jagdtrophäen weiter zu erschweren, bei der EU gescheitert ist. Mit großer Mehrheit lehnten die anderen EU-Staaten ab, Trophäen nicht gefährdeter Wildarten (Anhang B) genau so zu behandeln wie die gefährdeter Tierarten und einer Einzelfallprüfung zu unterziehen.

Laut DJV  und CIC ist der deutsche Vorstoß wissenschaftlich nicht begründet und führt nur zu unnötiger Bürokratie. Die Bonner Abgesandten haben derweil in Brüssel angekündigt, sich weiter für eine Erschwerung der Trophäeneinfuhr einzusetzen. DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Dirk-Henner Wellershoff sagte: „Die ständigen Versuche des Umweltministeriums, den Jagdtourismus in Afrika einzuschränken sind ideologisch motiviert.  Es ist bedauerlich, dass im SPD-geführten Umweltministerium über Jagd, Artenschutz und nachhaltige Naturnutzung ohne Einbeziehung der Betroffenen und im Sinne von Klientelinteressen entschieden wird.“

Schon mehrfach haben NABU und deutscher Naturschutzring das Umweltministerium gedrängt, die Einfuhr von Trophäen ganz verbieten zu lassen oder zumindest wesentlich zu erschweren. Der zuständige Staatsekretär Jochen Flasbarth war früher selbst hauptamtlicher Präsident des NABU. Regierungen des südlichen und östlichen Afrikas haben indes in Brüssel gegen die Erschwerung der Einfuhren von Trophäen aus legaler und nachhaltiger Jagd protestiert. Dies schade dem Naturschutz und der Erhaltung des Wildes in Afrika. Die nachhaltige Jagd in Afrika steht in Übereinstimmung mit dem Übereinkommen zur biologischen Vielfalt, das auch Deutschland unterzeichnet hat.

 

Das Umweltministerium hatte seine Position erneut nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Das Landwirtschaftsministerium hatte den Vorstoß ebenso abgelehnt wie die Konferenz der EU-Direktoren für Wildtiermanagement und Jagd.

Jagdzeit Band 31

JAGDLÄNDER IN DIESEM BAND

SÜDAFRIKA - Fährtenjagd auf Eland

(Felix Wilmes)

GRÖNLAND - Eine Pionierjagd auf Tuttus

(Hans Schabel)

DEUTSCHLAND - Legendäre Zuverlässigkeit

(Dr. Frank B. Metzner)

KROATIEN - Auf Muffelwidder und Braunbär im Velebit-Gebirge

(Paul Kretschmar)

AUSTRALIEN - Büffel, Banteng und Red Bulls in Arnhemland 

(Heinz Faude)

AUSTRALIEN - Interview mit Berufsjäger  Eric Röse

(Heinz Faude)

POLEN - Auf den Spuren des ehemaligen Fürsten von Pless

(Thierry Junker)

NORWEGEN  - R.I.P Enrico

(Michael Sommer) 

Jagdzeit Magazin Cover Eland Bulle, Ostafrika
Band 31

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