Jagdzeit Blog

Der Jagdzeit International Blog bringt eine Auswahl an Themen, Infos und Nachrichten zur Jagd aus den Jagdländern dieser Erde. Wir erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern veröffentlichen was uns wichtig und interessant erscheint. Sollten Sie das Gefühl haben, dass uns eine  wissenswerte Information entgangen ist, nehmen Sie bitte gerne Kontakt auf uns teilen uns dies mit!


Massiver Holzeinschlag im Selous Game Reserve

Tansania öffnet das Selous Game Reserve für kommerziellen Holzeinschlag

Tansania schlägt eine großflächige Abholzung mittenim Selous Game Reserve vor, einem UNESCO-Weltkulturerbe und einem der bekanntestenNaturschutzgebiete Afrikas. 

Ausschreibungsunterlagen haben Pläne für eineumfangreiche Holzernte inmitten des SelousWildreservats ergeben, das mit einer Fläche von 54 600 km2 eines der ältesten und größten Wildreservateder Welt ist. Das Reservat ist ein wichtiges Refugiumfür Elefanten und Löwen sowie für den vomAussterben bedrohten Afrikanischen Wildhund undviele andere Arten. 

Die Dokumente besagen, dass fast 1 500 Quadratkilometer gerodet und fast 3,5 MillionenKubikmeter Holz abgeholzt werden, wobei 2,6Millionen Bäume gefällt werden, mit einem erwartetenWert von 62 Millionen Dollar. Es ist nicht klar, wer dieBegünstigten sein werden. 

Selous hat in den letzten 30 Jahren bereits 95% seinerElefanten verloren, und es wird erwartet, dass dieÖffnung des Parks für den Holzeinschlag und die damitverbundene Entwicklung die Wilderei verstärken wird, wie dies in vielen anderen Teilen Afrikas der Fall war. 

Peter Lindsey, Direktor des World ConservationNetwork, sagte am Wochenende auf einerNaturschutzkonferenz in Südafrika, dass die größteBedrohung für wilde Löwen in Afrika die Zerstörungnatürlicher Lebensräume sei. Sein Standpunkt wurdevon Dutzenden von Naturschutzorganisationen, einschließlich Trophäenjägern, auf der ConservationLab-Konferenz bestätigt. 

Paul Stones, ein professioneller Jäger, sagte: "DasWichtigste für Trophäenjäger und Fototouristen ist derSchutz der Artenvielfalt, die mit katastrophalen Ratenverloren geht. Mit der Beseitigung der natürlichenLebensräume auf dem heutigen Stand ist die Tierweltin Afrika fast zum Scheitern verurteilt. " 

Es wird davon ausgegangen, dass keine Umweltverträglichkeitsstudie vor der Ausschreibung abgeschlossen wurde, wie es das Gesetz vorschreibt, und dass auch keine offizielle Mitteilung an dieUNESCO gemäß den Regeln für Welterbestättenübermittelt wurde. Laut Quellen in Tansania hat eskeinen zivilgesellschaftlichen Protest gegeben und die staatlichen Schutz- und Parkbehörden haben geschwiegen.

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Märchenstunde über Löwenschutz

Löwe an einem Wasserloch im Etosha Park, Namibia / DJV
Löwe an einem Wasserloch im Etosha Park, Namibia / DJV

 

Afrika ohne Löwen? Das Bundesumweltministerium verbreitet anlässlich des Weltartenschutztages ein Schreckensszenario. Eine stärkere Regulierung der legalen Trophäenjagd soll's richten.

 

(Berlin, 08. März 2018)

Zum diesjährigen Weltartenschutztag hat das Bundesumweltministerium in einer Presseerklärung das Schreckensszenario eines Afrikas ohne Löwen gezeichnet. Schuld an ihrem Rückgang seien Lebensraumzerstörung, Wilderei, Mensch-Wildtier-Konflikte sowie nicht nachhaltige Jagd. Das Ministerium feiert sich anschließend für seine Erfolge bei der stärkeren Regulierung und Kontrolle der Trophäenjagd auf Löwen. Dafür werde das Ministerium weiter kämpfen. Indem das Umweltministerium seinen Kampf gegen die nachhaltige Jagd  als seinen wichtigsten Beitrag zum Löwenschutz hervorhebt, verschleiert es nur seine eigene Ideenlosigkeit und seine ideologische Orientierung in Sachen Auslandsjagd. Dass dieses jagdpolitische Signal kurz vor der Regierungsbildung gesetzt wird, ist sicher kein Zufall, sondern erscheint wie eine Positionsbestimmung für die nächsten vier Jahre. Nach der gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung ist das Landwirtschaftsministerium an Entscheidungen zu beteiligen. Eigentlich. Dies ist in der Vergangenheit oft nicht geschehen.

Es ist ein Märchen, dass die Jagd heutzutage ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Löwen in Afrika ist. In den meisten Staaten Afrikas sind die Löwen auf der Verliererseite, weil ihre Lebensräume schwinden, Menschen sie vergiften oder abschießen wegen Verlusten an Eigentum und Leben und weil sie gewildert werden. Die Trophäenjagd auf Löwen ist fast überall nachhaltig, sichert wichtige Löwenhabitate und erhöht die Akzeptanz bei der ländlichen Bevölkerung. Allein wegen der ganz geringen Zahl der legal geschossenen Löwen kann diese Entnahme im Vergleich zu den genannten Gründen für einen Bestandsrückgang überhaupt nicht ins Gewicht fallen.

 

28 afrikanische Länder, und damit so gut wie alle, in denen Löwen vorkommen, haben vor einiger Zeit in einer gemeinsamen, sehr sorgfältig formulierten Erklärung festgestellt: Gut organisierte Löwenjagd kann zum Schutz der Löwen beitragen. Abschussquoten müssten wissenschaftlich bestimmt werden und der soziale Rang, das Alter und Geschlecht der Tiere müssten berücksichtigt werden. Das Land Tansania zum Beispiel hat seit Jahren vorbildliche und wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Jagdvorschriften für Löwen in Kraft. Im letzten Jahr wurden nur zwei dieser Großkatzen von Jägern geschossen, da wichtige Importländer Einfuhrverbote für Trophäen verhängt haben. Als Folge wurden viele Jagdgebiete aufgegeben und der bisherige Wildschutz entfällt, da er nicht mehr finanziert werden kann.

Auslandsjagd: Politik von Umweltministerin Hendricks stoppen

Warzenschwein in Namibia, Fotograf Roland Zobel
Warzenschweine sind beliebtes Jagdwild in Afrika

Erneut hat das Bundesumweltministerium versucht, auf europäischer Ebene die Einfuhr von legalen Jagdtrophäen zu erschweren. Ohne Abstimmung innerhalb der Bundesregierung. Erfolglos, wie sich jetzt herausstellte. Bereits im Vorfeld haben Landwirtschaftsministerium sowie die EU-Direktoren für Wildtiermanagement und Jagd den Vorstoß abgelehnt.

 

 

 

(Berlin, 28. Juni 2017) Der deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung der Jagd (CIC) zeigen sich erfreut, dass ein erneuter Vorstoß von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD), die Einfuhr legaler Jagdtrophäen weiter zu erschweren, bei der EU gescheitert ist. Mit großer Mehrheit lehnten die anderen EU-Staaten ab, Trophäen nicht gefährdeter Wildarten (Anhang B) genau so zu behandeln wie die gefährdeter Tierarten und einer Einzelfallprüfung zu unterziehen.

Laut DJV  und CIC ist der deutsche Vorstoß wissenschaftlich nicht begründet und führt nur zu unnötiger Bürokratie. Die Bonner Abgesandten haben derweil in Brüssel angekündigt, sich weiter für eine Erschwerung der Trophäeneinfuhr einzusetzen. DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Dirk-Henner Wellershoff sagte: „Die ständigen Versuche des Umweltministeriums, den Jagdtourismus in Afrika einzuschränken sind ideologisch motiviert.  Es ist bedauerlich, dass im SPD-geführten Umweltministerium über Jagd, Artenschutz und nachhaltige Naturnutzung ohne Einbeziehung der Betroffenen und im Sinne von Klientelinteressen entschieden wird.“

Schon mehrfach haben NABU und deutscher Naturschutzring das Umweltministerium gedrängt, die Einfuhr von Trophäen ganz verbieten zu lassen oder zumindest wesentlich zu erschweren. Der zuständige Staatsekretär Jochen Flasbarth war früher selbst hauptamtlicher Präsident des NABU. Regierungen des südlichen und östlichen Afrikas haben indes in Brüssel gegen die Erschwerung der Einfuhren von Trophäen aus legaler und nachhaltiger Jagd protestiert. Dies schade dem Naturschutz und der Erhaltung des Wildes in Afrika. Die nachhaltige Jagd in Afrika steht in Übereinstimmung mit dem Übereinkommen zur biologischen Vielfalt, das auch Deutschland unterzeichnet hat.

 

Das Umweltministerium hatte seine Position erneut nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Das Landwirtschaftsministerium hatte den Vorstoß ebenso abgelehnt wie die Konferenz der EU-Direktoren für Wildtiermanagement und Jagd.

Jagdzeit Band 31

JAGDLÄNDER IN DIESEM BAND

SÜDAFRIKA - Fährtenjagd auf Eland

(Felix Wilmes)

GRÖNLAND - Eine Pionierjagd auf Tuttus

(Hans Schabel)

DEUTSCHLAND - Legendäre Zuverlässigkeit

(Dr. Frank B. Metzner)

KROATIEN - Auf Muffelwidder und Braunbär im Velebit-Gebirge

(Paul Kretschmar)

AUSTRALIEN - Büffel, Banteng und Red Bulls in Arnhemland 

(Heinz Faude)

AUSTRALIEN - Interview mit Berufsjäger  Eric Röse

(Heinz Faude)

POLEN - Auf den Spuren des ehemaligen Fürsten von Pless

(Thierry Junker)

NORWEGEN  - R.I.P Enrico

(Michael Sommer) 

Jagdzeit Magazin Cover Eland Bulle, Ostafrika
Band 31

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Nachhaltige Bejagung ist Artenschutz

Foto: Baldus / Wildhüter im Selous
Aus nachhaltiger Jagd bezahlt: Wildhüter im Selous-Wildtierreservat/Tansania.

WESTLICHE TIER- UND NATURSCHUTZVERBÄNDE VERBREITEN ZUM WIEDERHOLTEN MAL UNWAHRHEITEN ÜBER LEGALE AUSLANDSJAGD UND STELLEN SICH DAMIT GEGEN ARTENSCHUTZ- UND ANTI-WILDEREI-KONZEPTE IN DEN HERKUNFTSLÄNDERN. DIE FORDERUNG NACH EINEM EINFUHRVERBOT VON TROPHÄEN BEZEICHNEN AFRIKANISCHE UMWELTMINISTER ALS „BESONDERS SCHLIMME FORM DES NEO-KOLONIALISMUS“.

 (Berlin, 18. Mai 2017) Gestern haben Tier- und Naturschutzverbände zum wiederholten Mal ein pauschales Importverbot von Jagdtrophäen „gefährdeter Arten“ gefordert und nach eigenen Angaben eine entsprechende Petition an Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks übergeben.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) stellt klar, dass es bereits heute selbstverständlich ist, dass bedrohte Arten nur dann bejagt und die Trophäen  ein- und ausgeführt werden dürfen, wenn eine solche nachhaltige Nutzung dem Erhalt der Art dient. Die Einzelheiten legen die CITES-Vertragsstaaten fest. Die EU hat weitergehende Vorschriften erlassen, um Nachhaltigkeit zu überprüfen. Der DJV begrüßt die Position des Bundesumweltministeriums, das heute die Petitionsforderung nach einem pauschalen Importstopp für Jagdtrophäen zurückwies, da dieser „aus Sicht des Naturschutzes nicht zu rechtfertigen“ ist.

 

 

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Jagdzeit EXTRA 01/2017

Das EXTRA zu den Jagdzeit Ausgaben. In diesem Heft mit Jahrgangsinhalt 2016.


Jetzt Online: Jagdzeit Inhaltsverzeichnis 2016

Inhaltsverzeichnis 2016

Das Gesamtinhaltsverzeichnis aller Jagdzeit - Das Magazin für die Auslandsjagd - Ausgaben auf einen Blick.

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